Aktuelles
Schauspiel-Studierende der Theaterakademie Hamburg der Hochschule für
Musik und Theater führten gestern das Theaterstück „Die friesische
Teekanne oder der Wettkampf der fünf Dichter“ von Georg Winter in der
Hamburger Kammeroper auf.
Anlass der exklusiven Veranstaltung war die
Haus der Zukunft Jahresfeier und der 70. Geburtstag seines Gründers
Georg Winter, der seit Jahrzehnten sowohl als Unternehmer und
Umweltpionier als auch als Dichter und Schnellsprecher von sich reden
macht.
Rund 150 Gäste waren der Einladung
von Dr. Georg Winter gefolgt, darunter viele Freunde, Akteure und Netzwerkpartner aus
dem Haus der Zukunft. Sie erlebten einen
sehr anregenden und kurzweiligen Abend, für den sich das Publikum mit viel
Applaus bedankte.
Auf dem Programm stand das
Schauspiel „Die friesische Teekanne oder der Wettkampf der fünf Dichter“, in
dem der Autor Georg Winter eine Vielzahl seiner Gedichte und Verse kunstvoll in
eine Rahmenhandlung eingebettet hat:
Drei Männer und zwei Frauen finden auf einer Wattwanderung eine alte friesische
Teekanne. Da alle fünf passionierte Teetrinker sind und überdies auch dichten
können, beschließen sie, einen Gedicht-Wettbewerb um die Kanne auszutragen, und
zwar bei der Wirtin Trine Butt (Irene Benedict) und ihrem Sohn Smutje Swin
(Jaspar Diedrichsen).
Regisseur Marc Letzig,
Dozent der
Hamburger Theaterakademie, hat diese Rahmenhandlung geschickt und ebenso humorvoll wie
tempo- und abwechslungsreich inszeniert. Gemeinsam mit Regieassistentin Marie Jordan und
dem Musiker Marc Aisenbrey am Klavier präsentiert das junge Ensemble Gedicht um
Gedicht so variantenreich, dass man nicht müde wird, sondern immer wieder neu überrascht und amüsiert.
Viele Gedichte kreisen um Watt und Meer und die friesische Tradition des Teetrinkens, darunter auch der weithin bekannte Zungenbrecher der tüddeligen Teetante von Georg Winter, den Smutje Swin zum besten gibt. Er ist der Kontrapunkt der Dichterrunde, der die hohen Kunstvorträge mit seinen Zungenbrechereinlagen augenzwinkernd kontrastiert. Ebenso wie die Wirtin Trine, die Runde um Runde die wichtigsten Teeregeln erklärt, natürlich in Reimversen.
Friesisches Dichter-Casting
Die Dichter selbst variieren ihre Rezitationen an der Bühnenrampe sehr gekonnt mit musikalischen
Interpretationen und stimmgewaltigen Gesangseinlagen. Lea Nacken in der Rolle der Susanne Klüverbaum
spielt leicht angetrunken amüsiert den ganzen Charme einer friesischen Dame aus. Tjark
Olensiel (Jakob Geßner) brilliert unter anderem mit historischen Balladen, Luth Onkens Verse,
gespielt von Björn Meyer, kreisen oft um die Liebe, nicht nur zu Tee und Meer.
Onno Priekenstecker (Raphael Gehrmann) und Änne Schneckhörn (Louisa Zander)
vervollständigen den Dichterreigen mit Winters schnoddrig schönen Versen.
Bei soviel Komik, Kunst und kreativen Reimen fällt die Siegerentscheidung schwer. Letztlich gewinnt das ganze Ensemble mit einer rundum gelungenen Aufführung – ein wunderbarer Auftakt für das Haus der Zukunft ins neue Jahr 2012. (- jf)








