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Diesen Fragen stellten sich Expertinnen und Experten sowie Unternehmensvertreter/-innen auf dem zweiten bundesweiten Dialogforum „Biodiversität und Unternehmen“ am 20.10.2011 in Fulda zu dem das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) geladen hatten.
Das Forum wurde organisiert vom Projektteam des Forschungsvorhabens „Biodiversität und Unternehmen", dem neben B.A.U.M. e.V. das Centre for Sustainability Management (CSM) der Leuphana Universität Lüneburg und der Global Nature Fund (GNF) angehören, in Partnerschaft mit der 'Biodiversity in Good Company' Initiative.
Hauptdiskussionspunkte waren die Berücksichtigung von Biodiversität
in bestehenden Umweltmanagementsystemen und die Potenziale des
Marketings, um das naturverträgliche Konsumverhalten zu steigern und
somit einen positiven Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt zu
leisten.
Das Dialogforum stieß auf großes Interesse bei den
teilnehmenden Großkonzernen und mittelständischen Unternehmen,
Verbänden, politischen Vertretern, Stiftungen und Managementberatungen.
Beispiele aus der Praxis lieferten wichtige Impulse, wie in Unternehmen
ein langfristiges Biodiversitätsmanagement etablieret werden kann. Im
Vordergrund dieser Veranstaltung stand die stärkere Vernetzung aller
Akteure, um dieses Thema weiter voranzutreiben und lieferte ihnen eine
geeignete Plattform, um miteinander in einen konstruktiven Dialog zu
treten.
Dr. Elsa Nickel vom BMU, die das Dialogforum eröffnete, erklärte, dass Biodiversität „eines der dringlichsten Themen neben dem Klimawandel in der deutschen Umweltpolitik ist. Das Interesse von Unternehmen an diesem Thema steigt stetig. Auch gesamtwirtschaftlich ist es günstiger, sich dieser Herausforderung frühzeitig anzunehmen, als nachher für entstandene Schäden zu zahlen.“
Welche Ansätze gibt es, um Biodiversitätsleistungen zu messen und in
Umweltmanagementsysteme zu integrieren? Mit dieser Frage beschäftigte
sich Dr. Arnd Hardtke (Unternehmensberater und Vorstand im Verband für
nachhaltiges Umweltmanagement) in seinem Vortrag. Er stellte die neue
Leitlinie ISO 26000 vor, die Unternehmen dabei unterstützen soll,
gesellschaftliche Verantwortung abzubilden und legte dar, inwieweit
Biodiversität in diesem Standard berücksichtigt wird.
Marion Hammerl (Global Nature Fund) berichtete über die neusten Entwicklungen zu Biodiversität bei den Umweltmanagementsystemen EMAS und ISO 14001und stellte Indikatoren vor, um Biodiversität in Umweltmanagementstandards einzubetten.
Trotz einer weitverbreiteten Naturverbundenheit in der Bevölkerung
konkurriert Naturschutz nach wie vor mit vielen anderen Handlungsmotiven
bei den Konsumentinnen und Konsumenten. Die
Diskussionsteilnehmer/-innen waren sich darüber einig, dass die
Voraussetzung für eine glaubhafte Kommunikation eigene Aktivitäten und
eine klare Positionierung des Unternehmens zum Biodiversitätserhalt
sind.
Zudem muss die Kommunikation verständlicher und einfacher werden und die emotionale Bedeutung des Themas transportieren, damit Botschaften bei Kunden ankommen und zu einer Verhaltensänderung führen. Es ist deshalb wichtig, dass neben der Politik auch Unternehmen und gesellschaftliche Akteure die Kommunikation dieses Themas noch intensiver verfolgen, um dessen Bedeutung zu unterstreichen und hierdurch ein stärkeres Bewusstsein in der breiten Bevölkerung zu schaffen.
Das Dialogforum „Biodiversität und Unternehmen“ ist ein Beitrag zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt im Rahmen der UN-Dekade Biologische Vielfalt. Mehr dazu unter www.biologischevielfalt.de.







